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Margaretha Hermann, Zitzmann

Margaretha Hermann, geborene Zitzmann

Meine frühen Erinnerungen handeln von meinen mütterlichen Großeltern. Die Eltern meiner Mutter Barbara Zitzmann, geborene Bucher (1879-1951) haben auf einem Bauernhof in Diepersdorf gelebt. Die Bäuerin des Bauernhofes war meine Tante Anna, die Schwester meiner Mutter. Meine Großeltern lebten dort auf dem Altenteil. Im Alter von 11/12 Jahren war ich dort sehr oft zu Besuch und half auf dem Acker bei der Rübenernte mit. Mein Großvater hieß Josef, genannt Hiersel Buchner und er hatte mit Großmutter 3 Kinder, Anna Buchner, Georg Buchner und meine Großmutter Barbara Buchner (1879-1951), Babette genannt. Georg ist 1945 im Krieg als Wehrmachtssoldat für sein Vaterland gefallen. Anna hatte 5 Kinder: Johann, Leonhard, Anna, Sofie und Barbara (auch Babette genannt). Johann (Hans) hat später den Hof übernommen. Barbara, die Tochter von Anna hatte geheiratet und hatte eine Tochter und gab ihr den Namen Traudel. Babette und ihre Tochter Traudel lebten in Brunn und mein späterer Mann Andreas Hermann (1916-1988) und ich habe sie oft mit meinem damals kleinen Sohn Heinz Zitzmann (*1944) mit dem Motorrad besucht.

 

Am 21.06.1907 ist mein Vater Georg Thomas Zitzmann (1882-1957) nach Nürnberg-Zerzabelshof gezogen und heiratete im gleichen Jahr meine Mutter Barbara (Babette) Zitzmann, geborene Buchner (1879-1951). Mein Vater war in jungen Jahren oft in Erlangen und ich erinnere mich daran, daß er erzählt hat, daß er in einer medizinischen Einrichtung/Fakultät Leichen seziert hat, außerdem erinnere ich mich an eine Photographie aus dieser Zeit, die ihn in studentischem Band und Mütze mit einem Säbel zeigt. Er erzählte mir auch immer, daß er in Erlangen gefochten hatte. Bereits kurz nach seiner Heirat wurde er Mitglied der SPD und war im Ortsverband Zerzabelshof sehr aktiv.

Über seine Zeit als deutscher-kaiserlicher Soldat im I. Weltkrieg hat er nie etwas erzählt.

Später hat er eine Stellung bei der Deutschen Reichsbahn angenommen und war später als Eisenbahner am Dutzendteich stationiert. Ich habe ihm oft das Mittagessen von unserem Haus in Zerzabelshof zum Dutzendteich hinübergetragen. Besonders erinnere ich mich an einen „Essensgang“ im Jahre 1934; die Menschen sind auf der Straße stehengeblieben und waren seltsam innerlich bewegt, Hindenburg war an diesem Tag gestorben. Mutter war eine gute Frau, auch wenn wir wenig Geld hatten, hatte sie immer gut für uns gesorgt. 1942 ist sie schwer krank geworden.

 

Meine Schwester Kunigunde Zitzmann, später verheiratete Leißner (1909-1965) arbeitete in Zabo in einem Milchgeschäft und ich sehe sie noch vor mir, wie sie zwei schwere Milchkannen an den Lenker ihres Fahrrades hängte und auslieferte; ihr Dienst hatte immer um 5.00 Uhr begonnen.

 

Mein Bruder Georg Zitzmann (1912-1979) arbeitete bei unseren Nachbarn in deren Gemüsegeschäft. Georg litt seit seinem 4/5 Lebensjahr an der „englischen Krankheit“.

 

Ich hatte seit 1935 in der Schloßstraße in einer Rüstungsfabrik für die Luftwaffe gearbeitet. 1942 mußte ich, aufgrund der Krankheit meiner Mutter, aufhören. Deshalb mußte ich vor einem Parteifunktionär der NSDAP einen Schwur leisten, daß ich nur deshalb den Dienst einstellte, damit ich meine Mutter pflegen konnte und mußte dies auch mit einem ärztlichen Attest nachweisen und mich rechtfertigen.

 

1935 war ich auch mit meiner Mutter (und unserer Nachbarin Frau Martha Beckstein) auf einem Reichsparteitag der NSDAP am Dutzendteich. Wir sind bereits um 7 Uhr früh zum Luitpoldhain gegangen um sicher einen Platz zu erhalten. Gegen Mittag kam der Führer, Adolf Hitler; ich erinnere mich noch an die endlosen „Heil Hitler-Rufe“, auch Rudolf Hess war da. Danach sind endlose Kolonnen von SA, SS und Wehrmacht an uns vorbeimarschiert, wir blieben bis 5 Uhr nachmittag auf dem Reichsparteitag. Mein Vater wollte nicht zu dieser Veranstaltung mitkommen.

 

Im Juli 1942 lernte ich bei einer Tanzveranstaltung in der SS-Kaserne den Vater meines Sohnes Heinz Zitzmann kennen. Sein Name war Heinz Teufel (1919-1944) und er war Leutnant und Pilot der Deutschen Luftwaffe. Ich bin mit ihm auch oft in das Tanzlokal „Oberbayern“ gegangen. 1943 traf ich mich zum letzten Mal mit ihm, danach wurde er von der SS-Kaserne in Nürnberg nach Böblingen versetzt. Weihnachten 1944 hat mir ein Freund von ihm einen Brief geschrieben und mir mitgeteilt, daß er gefallen ist, sein „Eisernes Kreuz“ hat er mitgeschickt.

 

Anmerkung: Heinz Teufel könnte Fluglehrer (ggf. Kaserne Roth der Luftwaffe) beim JG 104, einem Schul-Jagdgeschwader gewesen sein (dieses war in Fürth-Azenhof); dafür spricht seine Versetzung nach Böblingen (Flugzeugführerschule). Am Flugplatz Nürnberg war die Flugzeugführerschule A/B 111, ebenfalls auch in Roth und in Herzogenaurach war eine Fliegerschule. Und von all diesen Plätzen waren die Flieger natürlich in Nürnberg anwesend)

 

Unseren gemeinsamen Sohn Heinz habe ich am 01.07.1944 in unserem Haus in Zerzabelshof im Bombenhagel der anglo-amerikanischen Bomber zur Welt gebracht. Ich sehe ihn noch in seinem kleinen Körbchen liegen, eines Tages wäre fast eine Hauswand eines ausgebombten Hauses auf ihn gefallen. Als kleiner Junge war er ein wenig wasserscheu, er weigerte sich oft ins Wasser zu gehen und hielt oft nur seinen Finger hinein, außerdem hatte er oft einen „kleinen Trotzkopf“; ich erinnere an eine Photographie, die wir machen wollten: Er trug kurze Hosen und wollte aber nicht in kurze Hosen photographiert werden und er verweigerte stur das Lachen.

 

Am 01.10.1944 hatte unsere Familie großes Glück, wieder einmal vielen Bomben auf unsere Stadt und wir waren im Keller und suchten Schutz; es tat einen großen Schlag und ich sagte zu meiner Mutter, daß wohl unser Haus getroffen wurde. Dies war tatsächlich der Fall. Ich sehe noch die Plünderer, die unsere verstreuten Sachen mitgenommen haben. Unsere Familenphotos und Urkunden hatten wir in einer Kiste in einem Milchkeller aufbewahrt, durch die Bomben wurde der Keller mit Milch überschwemmt und sämtliche Familienandenken wurden zerstört.

 

Danach sind wir in die Kohlerstraße 4, in den ersten Stock, gezogen und haben in drei kleinen Zimmern mit der ganzen Familie gelebt. Eines Tages 1944 ist meine Mutter Babette in der Küche zusammengebrochen und mußte von nun an von mir gepflegt werden. Evangelische Schwestern (Schwester Elisabeth und Norma) verliehen mir für meinen Einsatz ein Kreuz als Auszeichnung. Im November 1951 ist sie gestorben, sie wurde in ihrem Brautkleid bestattet.

 

1945 eroberten amerikanische Truppen Nürnberg, als ich gerade das Babyfläschchen für Heinz in der Hand hatte wurde die Tür in der Kohlerstraße aufgerissen und zwei schwarze Amerikaner sind ins Haus gestürmt. Ich hatte sehr große Angst, als sie das Babyfläschchen sahen, sagten sie etwas auf englisch und auf deutsch: „Nix Angst“. Sie durchsuchten das Haus und ich hatte große Angst das sie die SS-Uniform von dem Offizier Hau G. finden würden, der sie im Keller versteckt hatte. Sie fanden sie nicht. Als die amerikanischen Soldaten die Eisenbahnermütze meines Vaters Georg Thomas Zitzmann fanden, rissen sie das Hakenkreuzabzeichen herunter. Sie warfen auch unsere Sachen auf die Straße und Plünderer nahmen alles mit. Dem SS-Offizier ist nichts passiert und Heinz spielte später oft mit seinem Sohn Manfred.

 

Im März 1946 lernte ich meinen späteren Mann, Andreas Hermann (1916-1988), an seinem 30. Geburtstag kennen. Er war noch in amerikanischer Gefangenschaft und nahe dem Café Wanner/Dutzendteich in einer ehemaligen Gartenkolonie stationiert, er war dort Koch. Mit einer Freundin bin ich dorthin gegangen, weil es dort viel zu Essen gab. Andreas hatte meinen kleinen Sohn Heinz sehr gerne. Später kaufte er ein Motorrad und baute für Heinz einen dritten Extrasitz darauf.

 

1952 wurde Angelika Zitzmann (später Hermann, *08.02.1952) in Hause der Kohlerstraße 4 geboren. 1953 kam Monika Zitzmann (später Hermann, *11.04.1972) im Klinikum Hallerwiese auf die Welt, sie war ein 7-Monats Kind. Ich wurde von meinem Mann damals hochschwanger mit dem Motorrad ins Krankenhaus gefahren.

 

1953 sind wir aus der Kohlerstraße ausgezogen und in den Hirsvogelbunker/Wöhrd gezogen. Die ganze Familie hatte dort ein einziges Zimmer gehabt. Andreas wohnte in der Fallrohrstraße und er arbeitete beim „Bruckner“ (Getränkehandel). Hier wurde Monika auch aus Versehen mit heißem Wasser verbrannt. Angelika hat auch öfters Monika boshafte Streiche gespielt, z.B. die Hosen von Monika eingegraben. Im November 1959 sind wir in den Hainbuchenweg verzogen und am 01.12.1969 in die Siedlung Marterlach, dort wurde mein Mann der dortige Verwalter. Am 28.09.1974 sind wir nach Schafhof gezogen, wo er wieder die Verwaltung dieser Siedlung übernahm. Noch heute wohne ich dort und mein Sohn Imre Hermann (*03.02.1960) übernahm nach dem Tode meines Mannes seine Aufgaben.

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