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Heinz Zitzmann[1]

Die ersten Erinnerungen, die ich habe, sind ein Spaziergang mit meinem Großvater Georg Thomas Zitzmann (1882-1957) in Zabo (Bevor ich noch ein Schulkind war). Ich kann mich noch erinnern, wie wir auf einem Spaziergang zwei Männer im Wald trafen (mit ihren Fahrrädern), Großvater unterhielt sich ihnen. Am nächsten Tag stand in der Zeitung, daß sie aus dem Gefängnis geflüchtet waren. Nach dem Krieg brauchte man Holzsammelscheine um aus dem Wald Holz zu sammeln, mit meinem Großvater sammelte ich Krakelholz (dürre Holzstecken) und grub Stöcke aus. Im Gärtchen des Hauses hatten wir auch Hasen. Er hatte solange Zähne, die immer wieder gebrochen werden mußten, da er nichts zum fressen hatte, als er geschlachtet wurde, wollte ich ihn nicht essen. Am Valznerweiher lernte ich das Fahrradfahren, dort fischte wir auch ab und an, damals gab es dort noch Krebse. Auf der Goldbachwiese klettere ich beim Spielen auf einen hohen Baum und fiel wieder hinunter. Mit Atembeschwerden (Ich hatte Angst zu ersticken) lief ich nach Hause, dort angekommen war es wieder besser. Von dort brachte ich auch immer wieder Würmer und Frösche mit. Oft waren wir im Tiergarten und in der Gegend um den Valznerweiher, Schmausenbuck spazieren. Meine Großmutter Babette Zitzmann (1879-1951) war bettlägerig und starb noch als ich klein war. Ein großes Bild im Schlafzimmer meiner Großeltern zeigte das Matterhorn (eine alte Reklametafel). Kohlen holten wir mit dem Leiterwagen oft vom Kohlenhändlern, zusammen mit meinen Onkels Georg und Johann Zitzmann. Onkel Hans und Onkel Georg haben sich nie vertragen, wenn sie alleine waren, haben sie stets gestritten.

Öfters waren wir auch beim Club (1. FCN), dort habe ich auch mit Onkel Georg Zigarettenstummel und Zigarrenstumpen gesammelt. Ich bin oft nach Mögeldorf, meist Sonntag, zur Tante Kuni ( Kunigunde Leißner, geborene Zitzmann, 1909-1965) gelaufen. Dort gab es immer was zu essen, es gab gute Knödel. Das habe ich später auch mit meinen Geschwistern gemacht.

Großvater war damals schon in Rente und zeigte mir oft am Rangierbahnhof die Lokomotiven. Er holte damals seine Rente ab und wir gingen dort dann Essen, dort aß ich meinen ersten Rehbraten. Ich kann mich an alte Bilder aus dem 1. Weltkrieg erinnern, die ihn mit Bajonett zeigten, die später verloren gingen.

Mein Stiefvater Andreas Hermann (1916-1988), er war Kriegsgefangener bei den Amerikanern und wohnte auch dort. Zu Weihnachten schenkte er mir ein großes Schaukelpferd, eines meiner liebsten Spielzeuge. Er schenkte mir einen selbstgebauten Bauernhof mit Haus, Stallungen und Tieren, einen elektrischen Baukran und später eine elektrische Eisenbahn. Auf sein Motorrad hat er einen kleinen Notsitz gebaut und dort war ich dann immer gesessen, wenn wir durch die Gegend gefahren sind. Wir hatten auch eine gemeinsame Angewohnheit, wenn wir durch die Gegend gelaufen sind, haben wir beide die Hände auf dem Rücken verschränkt, gemütlich...

In der Urbanstraße in Zabo ging ich in die erste Klasse, später in die Siedlerstraßenschule. Die Schule hat mir Spaß gemacht, wir hatten keine Hefte, sondern Schiefertafeln und Griffel. An einem Malkurs kann ich mich noch erinnern, ich malte gerne, aber nicht das, was im Malkurs gemalt wurde, den habe ich dann wieder beendet.

Später zogen wir aus Zabo, Kohlerstraße, weg, in den Bunker in der Hirsvogelstraße. Ich kann mich an die Ruinen in Wöhrd erinnern, ganz Wöhrd war fast noch ganz zerstört. Im Studentenheim gegenüber gab es jeden Donnerstag für 80 Pfennig einen Film zu sehen.

Mit Großvater bin ich dann oft auf der Wöhrder Wiese spazieren gegangen, dort gab es damals noch Störche, deshalb hieß es damals Storchenwiese (heute durch Stauung überflutet). Weil andere Schulen noch zerstört waren, ging ich in die Bismarckschule. Anschließend zogen wir in den Hainbuchenweg, dort ging ich in das Gibitzenhofschulhaus. Die Umzüge nutzte ich zum Schuleschwänzen, ähnlich nachlässig war ich auch bei der Konfirmationsvorbereitung, weil kein Verantwortlicher wußte, wo ich nun genau dazu gehörte. Deswegen ging ich auch nicht zur Konfirmation, ich bekam sogar einen Anzug, schwänzte aber den Gottesdienst, Tante Gertl erzählte ich, daß für sie kein Platz mehr in der Kirche ist, dort merkte sie, daß etwas nicht stimmte, eine Feier gab es aber trotzdem. Großvater starb vor meiner Konfirmation.

Irgendwann fing ich eine Lehre als Autoschlosser an (Gogomobil, bei Rührschneck, damals ein bekannter Rennfahrer), am Plärrer, aber es machte mir keinen Spaß. In dieser Zeit bin ich mit Onkel Georg abgehauen, wir wollten nach Oberammergau. Ich hatte Oberammergau in guter Erinnerung, unsere Schulabschlußfahrt ging dorthin und ich hatte nette Leute in Erinnerung). Wir sind in Güterzüge gestiegen, in Donauwörth hat man uns erwischt und wurden dort von der Polizei eingesperrt, aber wenigstens haben wir Hartwurstbrote bekommen. Die Auflage war, daß Onkel Georg uns wieder nach Hause bringen sollte. Wir brauchten drei Tage, immer der Bahn entlang. Vor Gericht erhielt ich als Strafe 5 Samstagreinigungsdienste auf der Jugendherberge in Nürnberg.

Danach ging ich in die Geyer-Fabrik, ich sollte Werkzeugmacher lernen, aber es war kein Ausbildungsplatz frei, ich wurde Lagerist und hatte schon Verantwortung, aber es machte keinen Spaß. Weil damals die Dachdecker gut verdienten, wurde ich Dachdecker. Zuerst bei der Firma Rengers, später für 26 Jahre bei der Firma Hohlbaum. Mein Spezialgebiet war das Flachdach.

Meinen Führerschein I und III machte in 14 Tagen in einem Schnellkurs in Neumarckt in der Oberpfalz. In guter Erinnerung habe ich als 16/17-Jähriger einen Fahrradausflug in die fränkische Schweiz, wir übernachteten in der Ruine Streitberg im Keller. Wir kamen Nachts dort an, kalt und feucht war es, am nächsten Morgen sahen wir, das es neben unserem Lagerplatz steil bergab ging.

Mit meinem Freund Manfred Neubauer habe ich auch das damalige Reichsparteitagsgelände, die Türme des ehemaligen Märzfeldes 1962/63, „besichtigt“. Die Türme waren halbfertig, die Treppen teilweise zerstört. Die Treppenhäuser zeigten Betontreppen ohne Gerüst, zum Teil schwarz verbrannt. Die Treppen führten teilweise zum Dach, eine gute Sicht auf den Volksfestplatz und auf Nürnberg. Zuvor, noch als Schüler, zusammen mit Manfred Neubauer und Kurt Bratenstein, kroch ich auch in die Gänge der alten Stadtmauer. Schutt, Abfall, Wasser und Mauerabtrennung wurden durch uns „entdeckt“. Licht brachten uns gestohlene Eisenbahnlampen, die heute noch innen stehen könnten. Die Lampen organisierten wir von fahrenden Güterzügen, auf die wir aufsprangen.

1963/64 lernte ich meine jetzige Frau Maria Luise Huter (*1946) in der „Schaslikstube“ gegenüber dem alten Apollokino kennen, mit meinem Freund Manfred Neubauer ging ich nach einem Volksfestaufenthalt hineingegangen. Von da an ging ich öfters in dieses Lokal. Da ich das Auto von meinem (Stief-)Vater benutzen konnte, habe ich Eindruck machen können (einen alten Opel Rekord). Silvester 1963/64 nahm ich Maria Luise zum ersten Mal zu meinen Eltern mit, Onkel Hans, Onkel Georg, meine Geschwister, Anton und Grete Galle, geborene Leißner, alle waren da. Mein erstes Auto war ein alter hellblauer VW-Käfer, 200 DM hat es gekostet, im gleichen Jahr (1965) heirateten wir und gleich kam unser Sohn Roland Anton Zitzmann (*1965) zur Welt. Wir lebten in der Meisenbachstraße in einer Einzimmerwohnung ohne Küche und Bad. Das Bad war im 2. Stock, als „Küche“ dienten Kochplatten. Meine Schwiegermutter Sophie Huter (1918-1992) lebte auch dort. Meine Frau konnte, dank ihrer Hartnäckigkeit gegenüber der Verwaltung, eine Wohnung im Grundherrngäßchen 4 bekommen, später sind wir in die Nummer 7 gezogen. 1965 hatte ich einen Arbeitsunfall und habe mir den Fuß gebrochen, kurz danach kam der Einberufungsbefehl zur Bundeswehr. Eigentlich hätte ich zu den Gebirgsjägern nach Sonthofen gehen sollen, aber aufgrund des Unfalles wurde ich zurückgestellt. 1967 wurde ich eingezogen, ich war in der Grundausbildung in Böblingen 18/2 leichte Transporteinheit (sehr viel später habe ich erfahren, daß mein leiblicher Vater ebenfalls dort stationiert war/Luftwaffe). Ich wurde in das Transportbatallion 270 nach Nürnberg/Schweinau versetzt, dort machte ich den Führerschein Klasse 2. 1968 wurde ich aus dem Wehrdienst als Obergefreiter entlassen. Mein nächster Wagen war ein Ford Blitz. Ich arbeitete anschließend wieder als Dachdecker bei der Firma Hohlbaum. 1991 wurde ich von der Handwerkskammer Mittelfranken für „Treue und Fleiss – für langjährige ununterbrochene Tätigkeit“ geehrt, ich erhielt die silberne Medaille. 1991 machte die Firma Konkurs, ich wechselte zur Firma Schwabacher Bedachungsunternehmen, durch Übernahme erhielt die Firma den Namen Hoffmann, derzeit arbeite ich für die Firma Günther Schellhorn. Zeit meines Arbeitslebens wurde ich nie gekündigt.

Urlaub machte ich mit meiner Frau, später auch mit meinem Sohn (und z.T. mit meiner Schwiegermutter) in Tannheim bei der Familie meiner Frau und meiner Schwiegermutter, Hans und Maria Huter . Später besuchten wir auch die Geschwister meiner Schwiegermutter Sophie Huter in Vorarlberg, Elsa Peterlunger, geborene Huter, Regina Schmidt, geborene Huter und Antonia Peterlunger . In den Achtziger Jahren waren wir oft in Niedersonthofen, Ambros Huter, der Sohn von Hans und Maria Huter, hatte dort als Koch das „Holzachstüberl“ übernommen, eine schöne Zeit.

In die Gartenstadt zogen wir 1996, in die Julius-Loßmann-Straße 92. Dieses Jahr werde ich meinen 60. Geburtstag feiern.

 

[1] Aufgezeichnet am 09.04.2004 durch Roland Zitzmann, Heinz Zitzmann (*1944), Vater von Roland Zitzmann

 

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