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Angelika, Monika & Elvira Z.

Angelika Kohler (Zitzmann), Monika Mahr (Zitzmann)

und Elvira Weber (Zitzmann)

An unseren Großvater Georg Thomas Zitzmann (1882-1957) haben wir nur noch sehr wenige Erinnerungen; er ist mit uns oft zum Kuhweiher, zur „Gänseliesel“ (Laden) bei Eibach und unserem Bruder Heinz Zitzmann (*1944) spazierengegangen.

 

Auch die Erinnerungen an unsere Onkel Johann Zitzmann (1906-1969), genannt Hans und

Georg Zitzmann (1912-1979), nach fränkischer Sitte und französischer Sprachart „Schorsch“ genannt, sind nur auf die Zeit unseres eigenen Lebensabschnittes, den wir mit ihnen verbracht haben, begrenzt. Onkel Hans hat sich besonders unserem Bruder Imre Hermann (*1960) , genannt Imi, zugetan gefühlt. Imi wurde von ihm in seiner Kindheit stets herumgetragen. Eine schöne Erinnerung an Onkel Hans ist die, daß er immer beim Erhalt seines Lohnes uns Süßigkeiten gekauft und gegrillte Hähnchen mitgebracht hat. Er hatte als Kind beim Spiel sein Auge verloren und einige Finger seiner Hand sind an der Presse der Firma Geyer/Nürnberg im Dienst abgeschnitten worden. 40 Jahre hatte er für diese Firma gearbeitet und leider verlor er auch in dieser Firma bei einem tragischen Unfall sein Leben. Monika und Angelika haben diesen Unfall beobachtet (auch sie haben in der Firma Geyer gearbeitet), nachdem es zur Ende der Pause geklingelt hat, wollte Onkel Hans schnellstmöglich an seinen Arbeitsplatz zurückkehren und wollte zu diesem Zweck unter einem stehenden Güterzug hindurchkriechen. Dieser Zug setzte sich in Bewegung und überfuhr ihn. Onkel Hans war ein gutmütiger Einzelgänger und seine Begeisterung gehörte dem "Club“. Die meiste Zeit (unseres gemeinsamen Lebensabschnittes) verbrachte er bei uns in unserer Wohnung, nur kurze Zeit wohnte er beim Nordostbahnhof und kehrte wieder zu uns zurück. Onkel Georg, „Schorsch“, war ebenfalls ein gutmütiger Mensch. Zeitlebens litt er an der sogenannten „englischen Krankheit“, die er sich als Kind zugezogen hat. Er arbeitete in einem Bauernhof der Stadt Nürnberg in der Brettergartenstraße und später in einer Eternitfirma. Unser großer Bruder Heinz überredete ihn einmal, mit ihm zusammen (nach einem familiären Streit) von Zuhause wegzugehen. Zusammen sind beide in einem Güterzug heimlich nach Donauwörth gefahren, allerdings wurden sie von der Bahnpolizei entdeckt und mußten deshalb eine Nacht im Gefängnis von Donauwörth verbringen. Bei ihrer Rückkehr war der Streit vergeßen. Seine ganze Liebe gehörte zum einem dem Fahrradfahren, manchmal fuhr er den ganzen Tag mit seinem geliebten Fahrrad und kam erst spät wieder zurück und zum anderen dem Nürnberger Tiergarten, der gleich neben der Wohnung in Zabo lag. Er kannte hier einen „günstigen“ Eingang durch einen kaputten Zaun des Tiergartens.

 

Die Erinnerung an Tante Kunigunde Zitzmann (1909-1965, verheiratete Leißner) ist äußerst gering; wir können uns nur noch an die sonntäglichen Ausflüge mit unserem großen Bruder Heinz zu ihr, zum Klossessen (die hervorragend waren) , erinnern.

 

Zu unserer Kinder- und Jugendzeit fällt uns zuerst unser Häuschen in der ehemaligen Siedlung „Marterlach“ ein, wir schliefen alle in einem Raum mit vier Betten, außer Bruder Heinz, Onkel Hans und Onkel Georg, die schliefen in einem kleinen Raum nebenan. Onkel Georg hat dann immer in der Frühe den Ofen angezündet, damit wir es warm hatten.

 

Heinz, als unser großer Bruder, wurde von uns kleinen Schwestern sehr verwöhnt. Rückenkratzen war selbstverständlich und Angelika durfte für den Lohn von 50 Pfennig ihm die Haare waschen. Wir beneideten ihn auch um sein Hochbett, wir Mädchen wollten immer zu ihm hinauf (er schlief oben, Onkel Hans in der Mitte und Onkel Georg unten). Aber natürlich wurde er auch von seinen kleinen Schwestern geärgert und verfolgt.

 

Wir spielten sehr oft auf der (von uns so genannten) Heide beim Jägersteig. Wir spielten mit Papierpuppen, die wir uns aus Katalogen ausgeschnitten hatten oder auch sehr gerne „Wer fürchtet sich vor dem schwarzen Mann?“ oder badeten in einem Bombentrichter. Angelika wollte immer die Erste bei allen Dingen sein, so auch zum Beispiel beim wöchentlichen Samstagsbad. Danach durfte Monika und dann Elvira in die Badewanne mit dem selben Wasser steigen. Besonders Monika hat kleine Unglücksfälle immer wieder angezogen, so wurde sie eines Tages, durch einen Stoß von Angelika, mit kochenden Wasser verbrüht und zog sich starke Verbrennungen zu. Eines Tages traf sie auch der Stein eines Nachbarjungen (den sie zuvor geärgert hat) mit starker Wucht am Kopf und beim (verbotenen) Spiel auf dem Dach ist sie von diesem gefallen.

 

Krankenhausbesuche waren bei uns Geschwistern äußerst unbeliebt, da aber unsere Mutter Margaretha Zitzmann (*1920) nicht alleine gehen wollte, mußte einer von uns immer mitgehen. Das „Opfer“ wurde meist sehr rüde ermittelt, so ist z.B. Angelika mit einem Besenstiel auf Monika losgegangen, um sie zu überreden.

 

Elvira war, nach eigener Aussage, ein äußerst süßes und hübsches Kind. Als kleines Kind gehörte ein großer Nachbarshund zu ihrem beliebtesten Spielkameraden, nachdem sie aber größer wurde, bekam sie Angst vor diesem Hund. Ihre beiden größeren Schwestern wollten meist nicht mit der kleinen Schwester spielen und sie loswerden, wie es bei Geschwistern so üblich ist.

 

Unser Vater Andreas Hermann (1916-1988), war ein strenger Vater; waren wir frech, mußten wir oft in der Ecke stehen oder auch auf Holzscheite knien, aber Mutter versuchte zu schlichten. Vater hatte auch einen Getränkeverkauf, das bedeutete, daß immer mindestens 10 Kästen Bier in unserem Haus lagerten. Diesen Umstand machte sich Monika im Alter von ca. 10 Jahren zu Gute und kam auf diese Weise, nach dem Genuß von zwei Flaschen Bier aus dem Kühlschrank, zu ihrem ersten Rausch. Bei anstehenden Problemen mit Vater wurde Elvira, die kleinste und süßeste Schwester, vorgeschickt. bei ihren Tränen wurde der Vorfall meist vergessen. Zwei Dinge konnte Vater vor allem nicht ausstehen, Lügen und Verheimlichung. Auch gegenüber Jungs, die sich für uns interessierten zeigte er sich oft sehr unangenehm. Unsere Schullaufbahn war für ihn auch nicht so bedeutend, da er der Meinung war, für uns als Mädchen ist die Schule nicht wichtig, da wir eines Tages heiraten und Kinder bekommen sollten. Vater war auch ein großer Bastler, so machte er uns aus einer (unechten) Perlenkette Kreuze für unsere Konfirmation, leider entsprachen sie nicht unserem Geschmack und wir ließen sie verschwinden. Beim Zubettgehen gab es jeden Abend das sogenannte „Zwickibussi“. Vater betätigte sich auch als unser Friseur; Topfschnitt mit Seitenscheitel bei uns Mädchen und Ultrakurzschnitt bei Imi. Deshalb versuchte Elvira auch eines Tages (angeregt von Maria Luise Huter (verheiratete Zitzmann) *1946 und angestachelt von den Schwestern) sich selbst einen (damals modernen, sogenannten) „Pony“ zu schneiden, leider nur mit bescheidenen Erfolg.

 

Während seiner Kindheit zeigte unser Bruder Imi eine seltsame Vorliebe für das Begraben. Eines Tages vergrub er die Puppe von Monika in der Erde und bei Nachfrage, warum er es tat, sagte er nur, daß die Puppe beerdigt werden mußte. Ähnliches tat er auch mit seinen Turnschuhen. Wie schon bei ihrer kleinen Schwester Elvira, versuchten Angelika und Monika auch immer wieder, ihren kleinen Bruder, auf den sie aufpassen sollten, loszuwerden. Als eines Tages Angelika beim Brommbeerzupfen in eine Glasscherbe trat und nicht mehr laufen konnte, wurde sie von Monika in einem Puppenwagen durch die Gegend gefahren. Zu Muttertag pflückte Angelika für ihre Mutter Blumen von der Bauernwiese am Kuhweiher. Unser Bruder Heinz durfte das Auto unseres Vaters benutzen und fast regelmäßig fuhr er damit einen „Platten“. Mit seinem ersten Auto, einem hellblauen Käfer sind wir nach Bayreuth gefahren, um Vater während seines Kuraufenthaltes zu besuchen. Sieben Personen fanden in diesem Käfer Platz.

 

Elvira war auch ein steter Spielkamerad des Sohnes von ihrem Bruder Heinz und seiner Frau Maria Luise, allerdings hatte Roland Zitzmann (*1965) als Baby und Kleinkind vor seinen Tanten immer Angst, wenn sie zu Besuch seiner Eltern kamen.

 

Als erste (von uns Schwestern) ist Monika ausgezogen, sie ist zu ihrem damaligen Freund Bruno Mahr (*1947) gezogen, den sie auch, im 6. Monat schwanger, 1972 standesamtlich geheiratet hat. Mit 17 Jahren hat Monika ihn bei einem „Kappenabend“ kennengelernt. 1972 wurde der gemeinsame Sohn Thomas Mahr (*1972) geboren. Bevor Monika von ihrem elterlichen Zuhause ausgezogen ist, wurde sie mit ihrem Freund Bruno regelmäßig von ihrer kleinen Schwester Elvira nächtens auf der Hollywoodschaukel beobachtet und belauscht.

 

Angelika war die zweite Schwester, die heiratete. Sie lernte ihren Mann Erich Kohler (*1949) im Steiner Schloßfreibad kennen, vor ihren Schwestern hat sie von ihm geschwärmt. Sie heiratete Erich 1972 in der evangelischen Markuskirche. 1973 wurde ihr Sohn Wolfgang Kohler (*1973) geboren.

 

Bevor Elvira ihren zukünftigen Mann kennenlernte, zog sie gemeinsam mit den Eltern in den Stadtteil „Schafhof“. Durch Vermittlung ihrer Schwester Monika und ihres Schwagers Bruno lernte sie auf einem Sportplatz Stefan Weber (*1949) kennen. Er und Bruno Mahr waren Mitglieder des selben Fußballsportvereines. Elvira und Stefan heirateten 1979 ebenfalls in der evangelischen Markuskirche. Elvira wünschte sich sehnlich ein Kind, leider war aber auch einigen Jahren noch kein Erfolg eingetreten, so daß der Selbstzweifel wachsen konnte. So war es der schönste Tag ihres Lebens, als ihr der Arzt Ende 1986 endlich die Mitteilung machen konnte, daß sie schwanger sei. Der Versuch es vor ihrem Mann zu verbergen, wurde durch das glückliche Lächeln in ihrem Gesicht unterbunden. Die Schwangerschaft war die schönste Zeit ihres bisherigen Lebens. 1987 wurde ihr Sohn Daniel Weber (*1987) geboren. Sein erstes Wort war „Patin“. Daniel fühlte sich sehr zu seiner Patin Monika und seiner Tante hingezogen, so daß seine Mutter sogar eifersüchtig auf Beide geworden war. Angelika war es auch, die den Versuch Elviras, die abstehenden Ohren Daniels mit Klebestreifen zu „heilen“, unterband.

 

Thomas, der Sohn Monikas und Brunos, setzte die Tradition seiner Mutter Unglücksfälle anzuziehen fort. Als Kind wäre er fast an einem Schinken erstickt, er riß eine angeschlossene Steckdose aus der Fassung in der Wand, beim spazierengehen wäre er fast von einer hohen Mauer gefallen und beinahe wäre er in den Rhein-Main-Donau gestürzt. Mit 4 Jahren hat er sich bei einem Sturz von der Rutschbahn das erste mal den Arm gebrochen, daß zweite mal beim spielen im Pausenhof seiner Schule. Wegen eines ausgekugelten Armes war er dreimal Gast der Cnopfschen Kinderklinik. Auch Wolfgang, Angelikas und Erichs Sohn, ist als Kleinkind im Alter von ca. 3 Jahren schwer die Kellertreppe hinuntergestürzt (ohne ernsthafte Verletzungen) und Elvira hat ihren Daniel als Baby bei einem Arztbesuch aus seiner Tragetasche fallen lassen.

 

Daniel besucht heute die 5. Klasse einer Nürnberger Hauptschule. Wolfgang ist bei der Firma Hermes beschäftigt, nachdem er zuvor die Gesellenprüfung als Heizungsmonteur bestanden hat. Thomas ist, nachdem auch er seine Gesellenprüfung als Heizungsmonteur abgelegt hat, bei der Stadt Nürnberg (Reinigungs- und Fuhramt).

 

Fast die komplette Familie lebt heute wieder zusammen. Mit Ausnahme von Roland Zitzmann leben die Geschwister Heinz, Angelika, Monika, Elvira und Imi samt ihren Ehegatten und Abkömmlingen in engster Nachbarschaft in der Gartenstadt, bzw. in deren Nähe.

 

 

 

 

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