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1490-1600

Velden und Umgebung zur Zeit

Hans Zitzmanns (*um 1490/1500/Wallsdorf)

und seines Sohnes

Heinz Zitzmann (*um 1530/Menschhof),

bis zu Hansens Urenkel

Hans Zietzmahn (* 27.06.1593/Menschhof)

 

Die erste urkundliche Erwähnung Veldens fällt in das Jahr 889. Bei dem Versuch einer Ermittlung der Entstehungszeit Veldens ergibt sich die Frage, ob es sich dabei um eine fränkische oder um eine baierische Siedlung handelt. Es besteht durchaus die Möglichkeit, daß Velden noch vor der fränkischen Besitznahme 744 als baierischer Herzogshof gegründet wurde, etwa um 730 Veldun (912), Velda (1008) bedeutet „zum Feld“, „bei den Feldern“, weist auf Rodungen oberhalb des Tales hin.

 

Zur Lebzeit des Vaters von Hans Zitzmann und Hans Zitzmann (* um 1490) selbst, sind wohl die Stadtmauern vollendet worden; vor den Jahren 1420, bzw. 1430 als Angriffe der tschechischen Hussiten drohten. Wirtschaftlich waren die Veldener im 15. Jahrhundert weitgehend auf sich selbst angewiesen. Da Velden nicht an einer großen europäischen Durchgangsstraße lag, gab es hier keine Großkaufleute, die den Fernhandel betrieben, durch den allein offenbar damals Vermögen gewonnen werden konnte. Für das wirtschaftliche Bestehen Veldens mußte der Markt genügen, d.h. der Verkehr mit der ländlichen Umgebung. Dies begünstigte die Entwicklung eines tüchtigen Handwerks in einer Vielfalt und Spezialisierung, wie wir sie sonst nur aus großen Städten kennen. Auf den fünf großen Jahrmärkten (um Ostern, Pfingsten, Jakobi, Sonntag nach Michaelis und Sonntag nach Thomas) verkauften die Veldener auf Ständen ihre Erzeugnisse (es gab damals keine Läden) an die herbeiströmenden Bewohner des Umlandes. Es war ein ausgesprochener Binnenmarkt und man war in Velden darauf aus, diesen möglichst zu erhalten, d.h. das Entstehen einer Konkurrenz in der Umgebung zu verhindern. So erreichten die Veldener, daß im Dorf Hartenstein kein Handel und Handwerk getrieben und auch kein Bier ausgeschenkt werden durfte. Ebenso sollte (noch um 1515) auch in Neuhaus kein Handwerk betrieben werden. Die Veldener taten auch noch im 15. Jahrhunderts alles, um eine selbständige Pfarrei Plech zu verhindern. Im Jahre 1504 hatte die Stadt 54 Hofstätten „mitsamt den Priesterhäusern“ und vor den Toren gab es damals „nicht mehr als acht Häuser“.

 

Im Jahre 1504 traten für die pfälzische Stadt Velden und ihre Umgebung wichtige politische Veränderungen ein. Die Ursache dieser Veränderung war der sogenannte Landshuter Erbfolgekrieg. Die Reichstadt Nürnberg wurde neuer Landesherr. Als der Krieg ausbrach drangen die Truppen der Reichstadt Nürnberg siegreich in die Pfälzer Ämter östlich Nürnbergs ein. Altdorf, Lauf und Hersbruck wurden erobert. Am 08. Juli 1504 zogen die nürnbergerischen Hauptleute Peter Weißgerber, Konrad Müller und Konrad Kammerer mit 1500 Knechten und 8 Geschützen gegen Hilpoltstein, besetzten dieses Städtchen und rückten kampflos nach Betzenstein und daraufhin nach Velden vor. Zur gleichen Zeit zog auch eine andere Nürnberger Heeresabteilung von Enzendorf her in Richtung Velden. Es waren die geworbenen böhmischen Landsknechte unter ihrem Hauptmann Delphin von Haubitz und dem Nürnberger Patrizier Georg Peßler. Als die Böhmen den anderen Haufen sahen, hielten sie diesen für feindliche Auerbacher Truppen und zogen zunächst nach Enzendorf. Als die Veldener beider Heerhaufen gewahr wurden, glaubten sie von zwei Seiten belagert und angegriffen zu werden. Inzwischen zog die von Hilpoltstein kommende Rotte vor Velden und forderte die Stadt zur Übergabe auf; sie wurden alsbald eingelassen. Die ebenfalls ankommenden Böhmen glaubten, die Stadt stünde zur Plünderung frei. Da aber die Hauptleute den Einwohner Sicherheit versprochen hatten, wollten sie, wie Peßler, dies nicht gestatten. Die Hauptleute zogen am nächsten Tag mit den Truppen weiter und ließen 40 Mann als Besatzung zurück. Aber diese Besatzungstruppen zogen, „da ihnen Velden nicht fest genug schien“, den Nürnberger Truppen nach. Als man in Auerbach hörte, Velden sei unbesetzt, rückte der pfälzische Pfleger Balthasar von Seckendorf nach vier Tagen mit 700-800 Mann und etlichen Geschützen vor Velden. Nach erfolgloser Beschießung befahl er die Stadt zu stürmen, aber die Bürger wehrten sich „kecklich“, sie schlugen drei Stürme ab. Seckendorf begann nun zum Schein Verhandlungen und befahl seinen Leuten, während dieser die Mauern zu ersteigen und beim Wassertor ein Loch unter der Mauer zu graben, durch das die Feinde in die Stadt drangen, von innen die Tore öffneten und alle, die ihnen begegneten, niedermachten, es waren etwa 14 Personen. Nachdem Seckendorf sich der Stadt bemächtigt hatte tötete er den Bürgermeister. Die Stadt wurde geplündert, daß Vieh weggetrieben und Feuer gelegt. Velden brannte bis auf die Kirche und den Pfarrhof aus. Dann zog die Truppe ab. Der Nürnberger Rat hatte, als er von der Gefährdung Veldens erfuhr, beschlossen, die Stadt mit 40 Mann zu besetzen (samt Waffen und Munition), aber diese Truppe kam zu spät. Als die Gefahr für Velden wieder größer wurde, sandte der rat den Hauptmann Georg von Volkach mit 200 Knechten und einer Feldschlange nach Velden. Am 30. Juli 1505 wurde der Reichstadt der Besitz der Ämter Altdorf, Hersbruck, Lauf (...) und Velden endgültig zugesprochen, aber erst 1521 kam ein Vertrag zwischen Kurpfalz und Nürnberg zustande. Für künftige Kriegsfälle ließ der reichstäditische Rat einen Ausschuß zur Verteidigung Veldens aufstellen. Seine Stärke betrug 53 Mann (aus 43 Anwesen). Nun hatte Velden einige Jahrzehnte eine ruhige Entwicklung.

Die zentrale Verwaltung des von Nürnberg erworbenen Territoriums lag ursprünglich in den Händen des Rates. Nach dem Erwerb der pfälzischen Ämter nahm jedoch die Arbeitslast derartig zu, daß man eine eigene zentrale Verwaltungsbehörde für die nürnbergerischen Besitzungen schaffen mußte. So wurde 1513 als Mittelbehörde das Landpflegeamt eingerichtet. Die Aufgaben des Landpflegeamtes waren vielfältig: An erster Stelle stand die „Aufrechterhaltung“ der Religion. Des weiteren gehörte zu den Aufgaben die Ausübung der landesherrlichen Gerechtsame. Hierzu gehören die Besteuerung, der Einzug der Zölle, die Aufsicht über das Jagd- und Fischereiwesen, der Wegebau, die Bauaufsicht, sowie die Ausübung der Gemeindeherrschafft (wo sie dem Rat zustand) gerechnet, ferner die Zuständigkeit für die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung, für militärische Angelegenheiten, sowie für die „Landeskultur“. Einen weiteren großen Aufgabenbereich bildete die Einziehung der dem Rate zustehenden Zinsen, Zehnten und Gülten und schließlich war das Landpflegeamt Instanzgericht für die von den Pflegern auf dem Lande getroffenen Entscheidungen in Zivilsachen und gleichzeitig Organ der freiwilligen Gerichtsbarkeit.

 

Der Veldener Pflegamtsbereich war durch zahlreiche Grundherrschaften durchbrochen, gleichsam „durchlöchert“.

 

Menschhof

2 Höfe und 2 Hintersassengüter, ehemals zur Grundherrschaft der Partizierfamilie Pömer gehörig. Die Hoheitsrechte über das Pflegamt Velden aus.

 

Bis hinein in unser Jahrhundert waren auch in Menschhof noch Reste mittelalterlicher Baukunst zu finden. Beim sogenannten Blockbau entsteht eine Wand, indem man behauene Balken übereinander lagert und die Ecken im „Schwalbenschwanz überblattet“. Die Stube wurde in der Ecke des Holzbaues errichtet, während die übrigen Teile, vor allem der Giebel, im Fachwerk erstellt sind, nur die Stube wurde gezimmert. Die Holztechnik finden wir vor allem in den Hirtenhäusern des Hersbrucker Gebietes. 1940 stand in Menschhof noch das Hirtenhaus, heute ist es abgebrochen.

 

Wallsdorf

Dorf mit 12 Anwesen (ohne Hillhof): 2 der Patrizierfamilie Grundherr, je 1 der Familien Waldstromer, Wagler (Gericht: Pflegamt Velden, Steuer: Landsteueramt Nürnberg, 3 der Jobst-Friedrich-Tetzel-Stiftung Kirchensittenbach (Steuer: Landsteueramt Nürnberg), 4 des baier. Pflegamts Hartenstein (mit allen Rechten außer der Fraiß).

 

Der Bauernkrieg 1525 hinterließ keine schlimmen Spuren; 1525 führte die Reichstadt Nürnberg in ihrem gesamten Gebiet die Reformation ein. Auch der Schmalkaldische Krieg 1547 berührte die Veldener Gegend wenig. Dagegen brach 1552/53 durch den zweiten Markgrafenkrieg großes Unheil über das Nürnberg Territorium hinein, es geschahen große Verwüstungen. Die Nürnberger Pflegeamtsstädte konnten dem markgräflichen Heer nicht widerstehen, sie wurden eingenommen, gebrandschatzt, geplündert und zerstört. Velden wurde schwer beschädigt. Am 07. September 1605 brach in Velden eine große Brandkatastrophe aus.

 

Um diese Zeit siedelte der Urenkel von Hans Zitzmann (*um 1490) Hans Zietzmahn, der am 27.06.1593 getauft wurde und in Menschhof lebte, nach Plech um. Sein Sohn Fridericus Zietzmahn wurde am 22.10.1608 in Plech getauft und war der erste Oberkrummbacher Zitzmann.

 

 

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