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Hirtendynastie Zitzmann

Nach Raum, Otto Friedrich, Hirten auf der Pegnitz-Alb, in Blätter für fränkische Familienkunde, Gesellschaft für Familienforschung in Franken, 1991 und aus weiteren Blättern für Familienkunde der GFF (beachte Quellenhinweis)

Hirtenfamilien des Nürnberger Umlandes sind eindeutig von alteingesessenen bodenständigen Sippen abgezweigt. Ihre Familiennamen sind nämlich dieselben (Mit Sippe ist die Vaterlinie gemeint). Es sind nicht die Bauern oder Köbler selbst, die Hirten werden, sondern deren Söhnen. Im 19. Jahrhundert wird angegeben, daß es sich um älteste Söhne handelt, nicht erbende Söhne wurden oft Hirten. Andererseits hängt die Herausbildung des Hirtenstandes mit dem Vorgang der Arbeitsteilung im Dorf zusammen, eine Folge des Bevölkerungsdruckes auf dem Land. Sie führte zur Ausgliederung von Beisassen, denen nur noch bestimmte Rechte gewährt wurden, sowie von Hintersassen, denen keine Rechte mehr zuerkannt waren. Dieser Vorgang wurde begleitet von den urkundlich nur schwer faßbaren Abwanderungen der Nichterbenden in die rasch wachsenden Städte oder in die „Berufe“ von Landsknecht, Soldat oder fahrenden Leuten. Das Einkommen der Hirten auf den Weilern war naturgemäß sehr knapp; dagegen war eine Hirtenstelle in einem Kirchdorf einträglich. Der Vorgang der Arbeitsteilung auf dem Land erklärt nicht nur die Häufigkeit der Namen von Bauernfamilien bei den Hirten der Pegnitz-Alb, sondern auch deren breite Fächerung in der Palette der Beisassen-Berufe. Das verdeutlicht, warum in ein und demselben Ort Vertreter eines Familiennamens in den drei Schichten Haussassen, Beisassen und Hintersassen vorkommen. Im Zusammenhang mit der Arbeitsteilung ist auch die Einrichtung von Hirtenstellen selbst in Weilern zu verstehen. Sie wurden sozusagen als Versorgungsplätze für die vielen Hirtensöhne geschaffen, die sonst gezwungen wären abzuwandern. In Hersbruck kann man von einer Häufung der Hirtenstellen sprechen. Nach den Kirchenbucheintragungen gab es Gänse-, Schweine-, Ochsen, Kuh- und Pferdehirten, sowie zwei Stadthirten seit Anfang des 18. Jahrhunderts. Nicht nur nichterbende Bauern- und Hirtensöhne wurden Hirten, auch uneheliche Söhne lediger Bauern-, Beisassen- oder Hintersassentöchter sind als Hirten nachzuweisen. Nur vereinzelt stammen Hirten aus der weiteren Umgebung. Dafür waren im 17. Jahrhundert besonders konfessionelle Gründe maßgebend. Eine Anzahl wanderte aus der Oberpfalz ein, um der Gegenreformation auszuweichen, aber auch wegen der wirtschaftlichen Anziehungskraft des Nürnberger Gebietes. Wie beim Erbgang der Bauern wurde die Hirtenstelle häufig einem jüngeren Sohn übergeben. Er übernahm damit die Pflicht, die alternden Eltern zu versorgen. Ältere Söhne wurden manchmal zu Beisassen (Handwerker) oder zu Hintersassen (Taglöhner). Oft wurde die Berufsfrage durch Einheiraten gelöst. Die Hirten trafen ihre Partner (zukünftige Ehepartner) oder deren Eltern an kirchlichen Feiern im nächsten Kirchdorf, beim Besuch von Jahrmärkten oder bei Gängen zum Kastenamt, zu anderen Ämtern, zu Zehentscheuern. In solch begrenzten Umkreis bestanden gemeinsame sprachliche Formen, die Mundart erleichtere Aufnahme und Pflege der Kontakte. Als drei „Ehemärkte“ kann man die Städtchen Altdorf, Hersbruck, Velden und deren Umgebung ausmachen. Hirtenfrauen konnten eine Schlüsselposition einnehmen, wenn sie z.B. religiös-magische Funktionen des Hirtenamtes übernahmen. So sind Viehsegen bekannt. 1549 wird der erste weibliche Hirt erwähnt. Hirten und Bauern waren oft sich gegenseitig Taufpaten und Trauzeugen. Im 17. und 18. Jahrhundert gab es viele Zeiten der Armut. Fahrende Leute zogen in Scharen übers Land und drängten als lästige Gäste in die Städt. Aus der sozialen Not erwuchsen den Hirten auf der Pegnitz-Alb zusätzliche Aufgaben. Ihnen wurde die Fürsorge aufgebürdet. Für fahrende Leute bestimmten die Erlasse der Regierungen, daß ihnen von „Dorfverwandten“ keine Beherbung zu gewähren sei. Sie wurden, falls nötig, für eine Nacht ins Hirtenhaus eingewiesen. Die Hirten brachten die Eingewiesenen entweder in Nebengebäuden, im Stadel oder in einer Kammer des Hirtenhauses unter. Schwer belastet wurden die Hirten und ihre Frauen durch die Tatsache, daß das Hirtenhaus zum Krankenhaus wurde, in dem ein Kreißsaal, ein Raum zum Sterben oder Aufenthaltsraum zu finden sein konnte.

Eine Anzahl von Hirtenfamilien wanderten aus der Oberpfalz ein, um der Gegenreformation auszuweichen, z.B.: Bartholomäus Zitzmann , Hirt in Riglashof bei Eschenfelden, er kam aus der Oberpfalz. Die Familie breitete sich nach 1739 in 100 Jahren als Hirten in Altdorf, Düsselbach, Eschenbach, Gunthersrieth und Schupf aus.

Die Hirten Zitzmann sind wohl im 17. Jahrhundert aus der Oberpfalz in das Nürnberger Gebiet eingewandert. Der frühste Eintrag im Kirchenbuch bezieht sich auf Wolf Zitzmann, der 1630 in Velden ein Kind taufen ließ. Der nächste Eintrag nennt Balthasar Zitzmann, Hirt in Riglashof bei Eschenfelden, dem 1739 ein Sohn in Artelshofen getauft wurde. Die Chronik von Artelshofen nennt Zitzmannsche Hirten in Düsselbach von 1764 bis 1857 und einen Hirtenzweig im 19. Jahrhundert in Schupf und Raschbach. Im Verlauf von 200 Jahren verbreiteten sie sich, teils durch Nachfolge vom Vater auf den Sohn, teils durch Bewerbungen auf freie Hirtenstellen und durch Einheiraten in der Umgebung von Velden, Hersbruck und Altdorf. Die Zitzmanns machten guten Gebrauch von Beziehungen zu Bauern- und Handwerkerfamilien, d.h. ihr Heiratskreis war eindeutig aufwärts gerichtet. Mit folgenden Familien, die als Hirtenfamilien ausgewiesen sind, schlossen die Zitzmanns Ehen: Röhrer, Mertl, Löhner, Sebald, Zeltner, Arnold, Dannhauser, Raum, Wild und Brückner (z.B. Anna Zitzmann, Hirtentochter aus Schupf, verheiratet 1917 in Nürnberg St. Lorenz mit dem Bierbrauer Dietrich Wild, Sohn des Hopfenhändlers Conrad W. von Hersbruck.

Um 1903 gab es noch einen Hirten Zitzmann in Schupf

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