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Der Ursprung – Eine Legende

ZIUSMANN - Zitzmann

 

Im Frankenreich Karl des Großen (768-814) bewahrte sich der westgermanische Stamm der Sachsen seine Unabhängigkeit, in den sächsischen Kriegen (772-804) jedoch bezwang Karl die Sachsen.

Nach dem Aufstand der Sachsen unter Widukind wurde durch ein Verdikt des Frankenkaisers (um 795 nach Christi Geburt) eine Zwangsumsiedlung widerspenstiger Sachsen inmitten fremder Germanenstämme durchgeführt (fränkisch-thüringischer Raum).

Diese Sachsen waren der Herkunft nach meist Krieger und wurden daher von den alteingesessenen Franken und Thüringer meist, nach dem germanischen Kriegsgott, als Thyrsleute oder Ziusleute bezeichnet.

Durch dialektische Lautverschiebung wurde aus Thiusmann Ziusmann und später Zitzmann.

Man hat dies einige Zeit auf slawische Einflüsse zurückgeführt, allerdings nach neueren Forschungen ist dies nicht zutreffend. Die angeblichen Slawen, die bei uns gesiedelt haben sollen, waren heidnische Germanenstämme, die aus dem östlichen Ostseeraum zu einer langsamen Wanderung durch unsere Räume gezwungen waren, weil aus den Tiefen Asiens immer neue Völker gegen Europa vordrangen.

Zitzmänner sind nach dieser unbewiesenen Legende niedersächsische Zwangsumsiedler, die aus politischen und religiösen Gründen zur Karolingerzeit, um das Jahr 795, umgesiedelt worden sind.

Nachnamen als solche sind erst im 13./14. Jahrhundert entstanden. Vorher reichte der Vornamen aus, der häufig Beifügungen (Berufsangaben, Vorname des Vaters, Stammeszugehörigkeit, Ort oder Land der Herkunft) enthielt

 

Die Herkunft des Familiennamens

Wahrscheinlich läßt sich der Name Zitzmann nicht auf einen Stammvater zurückführen, sondern unterschiedliche Zitzmann-Linien sind entstanden, ggf. in Norddeutschland ausgehend vom Ortsnamen, im fränkisch-thüringischen Raum teilweise auf den Beruf der Zizweber usw.

Zizweber

Der Name Zitzmann ist ein Berufsname und wurde vor dem 17. Jahrhundert zumeist Zizmann geschrieben. Der Weber, der diesen Zitz oder Zits herstellte, war der Zitzer oder geläufiger, der Zitzmann. Der Name unserer Linie stammt also vom Berufsstand der Zizweber von dem die männlichen Erben dann die Zizmänner genannt wurden. Dieser Name entstand wie der gesamte Berufsstand ausschließlich in Thüringen und dem Vogtland. Die Zizweber waren Weber einer besonderen Stoffart, die in Deutschland schon lange ausgestorben ist und heute nur noch in der englischen Bezeichnung Shinz vorhanden ist. Diese Webart verlagerte sich im 18. Jahrhundert mehr und mehr nach England, ist dort mittlerweile auch ausgestorben, da sich die Shinz-Herstellung in die damalige britische Kolonie Indien verlagert hatte, wohl der billigen Arbeitskräfte wegen. Da diese Weber dort zu Hause waren, wo das Klima keine größere landwirtschaftliche Betätigung zuließ, im Thüringer Wald und dem Thüringer Schiefergebirge, hatten sie nur die Wahl diesen Beruf auszuüben oder abzuwandern. Nach dem Erliegen des Berufes sahen sich dann viele zur Abwanderung genötigt. Dazu bot sich vor allem Franken und die Gebiete des damaligen Herzogtums Pfalz-Sulzbach an, die klimatisch besser gestellt waren. Der größte Teil der nach Süden wandernden Zitzmann ließ sich in der Marktgrafschaft Brandenburg-Culmbach und dem Fürstbistum Bamberg nieder (die unmittelbar an Thüringen angrenzen). Hier ergriffen sie Handwerksberufe, vor allem in holzbearbeitenden Berufen, aber eine ganze Anzahl ergriffen auch bäuerliche Berufe, etwas, was sie in ihrer Heimat wegen des rauhen Klimas nicht ohne weiteres konnten.

Zitzer oder Zitzmann sind alte Berufsnamen für den Zitzweber oder den Kattunweber. Mit Zitz, früher auch Zits, ist hier der bunte Kattun gemeint, englisch Chintz genannt. In Adelungs Wörterbuch der hochdeutschen Mundart (Leipzig 1775-1786) findet sich eine erste Erklärung für den Zitz oder Zits: Es ist eine Art feinen bunten Kattuns, besonders desjenigen, welcher nicht bedruckt, sondern mit dem Pinsel bemalt ist. Das englische Wort „chintz“ bedeutete soviel wie gefleckter, getüpfelter, gesprengelter Baumwollstoff, verwandt mit dem Sanskritwort „chitra“. Technisch ist heute der Zitz ein kattunartiges, aus einfachen Baumwollgarnen hergestelltes Baumwollgewebe in Leinwandbindung, das bei uns zumeist als Spannstoff für Dekorationszwecke, als Fahnentuch und als Möbelkattun verwendet wird. Den heutigen Chintz kennen wir als dichten, mit lebhaften Mustern bedruckten Baumwollstoff, appretiert und dadurch abwaschbar für Lampenschirme, Dekorationen, Fahnen, Möbelbezug und viele andere Zwecke.

Mit dem Beginn der Industrialisierung zog es dann eine Anzahl davon in den Nürnberger Raum und seine Nachbarstädte Fürth, Erlangen, Lauf und Schwabach. Aber bereits im 16. Jahrhundert waren in Nürnberg und seinem Umland schon einzelne, wagemutige Namensträger aufgetaucht, die als Handwerker (Gerber, Lederer, Waffenschmiede und Zimmerleute) oder als Söldner in reichsstädtischen oder marktgräflichen Diensten arbeiteten. Außerdem bildete sich eine Hirtendynastie aus, die zwischen Hersbruck-Velden-Neuhaus und den nahen sulzpachischen Gebieten ansässig wurden und im Hirtenwesen zu einem bestimmenden Faktor wurden. Im Hersbrucker Hirtenmuseum findet man ebenso ihre Spuren, wie auch noch Nachkommen (Um 1903 gab es noch einen Hirten Zitzmann in Schupf) dort zu finden sind. Im Gegensatz zu manch anderen Hirtenfamilien war diese Zitzmann-Linie aufsteigend, d.h. daß sie oft in Bauern- und Handwerkerfamilien einheirateten und so die Möglichkeit hatten angesehene Bürger zu werden. Nach den Forschungen von Herrn Alfred Zitzmann wurden Mitglieder solcher Linien später angesehene Bauern, Handwerksmeister oder Beamte in reichsstädtischen Diensten oder bei Adelshäusern wie etwa von Wimpffen oder von Tucher usw.

 

Grundsätzliches zur Herkunft des Namens Zitzmann unserer Linie

Laut Mitteilung der Gesellschaft für deutsche Sprache stammt der Name Zitzmann definitiv aus Thüringen und dem Vogtland. Frühere in Stralsund usw. vorkommende frühe Namensbezeichnungen sind unabhängig von unserer Linie entstanden und nicht verwandt. Die Anpassung erfolgte lediglich durch Lautverschiebung innerhalb des deutschen Sprachraumes. Dagegen sind die Namensgebungen Zitzmann/Sitzmann weitaus ähnlicher; östlich vom Steigerwald und der Frankenhöhe herrscht das „Z“ vor und westlich davon das „S“. Die weiteren Verbreitungen waren dann das Werk von Wanderbewegungen beider Namensgruppen, vornehmlich im 19. und 20. Jahrhundert. Im Coburger Raum kam noch das Zetzmann hinzu mit Verbreitung im 19. Jahrhundert auch bin in unseren Raum (meist als Weber).Laut Hinweis von Alfred Zitzmann könnte das Hauptherkunftsgebiet der Zizmänner im Bereich Türingisches Schiefergebierge/Südl. Thüringer Wald zu suchen sein, spätere Ausdehnung in das Vogtland.

 

Zitcebur (* vor 1299)

Der Name Zitzmann könnte von dem pommerschen Ort „Zitz“ kommen, ein Hinweis darauf könnte die Zitzmann-Linie aus Stettin/Stralsund (Pommern) sein (beachten den „frühen“ Jan Hinrich Zitzmann, *1370 aus Stettin). Erster Träger des Namens könnte ein zitcebur („zitz“ = slawisch für Ruhm, „bor“ = slawisch für Kampf) sein. Zitcebur wird 1304 als Sohn des Dummeslaw (geboren vor anno christi 1299) in Stralsund erwähnt.; ein (...) Zitcebur filius Dummeslaw 1304 Strals“.

Der fragliche Ort „Zitz“ könnte der heutige Ort Zinnowitz sein: „Im Jahre 1309 bestätigte der Pommernherzog Bogislav IV auf seinem Schloß in Wolgast in einer Schenkungsurkunde dem selbständigen Kloster Crummin den Besitz der pommerschen Dörfer Crummin (Krummin), Tzys (später Zitz, dann Zinnowitz) und Mahlzow, samt deren bebauten und unbebauten Grund und Boden, Gewässer, Wald, Fischerei und Jagdrecht usw. als dessen Eigentum. Sicherlich hat der Ort Tzys viel früher schon bestanden, dies ist aber das älteste Dokument, in dem ein Hinweis auf den Ort zu finden ist.“

Weitere Ortsnamen

Zitz, Bezirk Potsdam, Brandenburg; Zitzschen, Bezirk Frankfurt/Oder, Großdalzig

Zitzewitz, Stolp, Pommern (Sycewice, Slupski, Pom.); Zitzmar, Greifenberg, Pommern (Oielmierz); Zitzmin, Schlawe, Pommern (Sieciemin); Zizow, Schlawe, Pommern (Oisowo)

 

Siegfried/Zizo von der Burg Greifenstein

Zitzmann soll eine Erweiterung von Zizo, einer Kurzform von Siegfried (Schutz vor Waffengewalt, Friede) sein. Der Vorname Zizo soll im Raum Rudolstadt/Bad Blankenburg/Schwarzburg gerne vergeben worden sein; ausgehend von einem Zizo von der Burg Greifenstein.

Die Schwarzburger Grafen besaßen zwei getrennte Länderkomplexe am nordöstlichen Rand des Thüringer Waldes von Arnstadt über Rudolstadt bis Leutenberg sowie am Kyffhäusergebirge und an der Hainleite mit Sonderhausen.

 

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